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- Fahrzeugkomplett und -teilumbauten
- Fahreignungsbegutachtung
- Reale Kräftemessungen
- Fahrschule
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Unsere Erfahrung:
Behindertenumbauten
für Fahrzeuge aller Art
Anpassungen an jede Behinderung
über 45 Jahre Erfahrung
BTW - für Fahrdienstleister
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innovatives Denkendurchdachte Lösungenindividuelle Anpassungen |
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Eine Rollstuhlfahrt mit Hindernissen
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Ein Erlebnisbericht unseres Mitarbeiters Marco Favara, Niederlassung Köln
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Eigentlich war die Pause dafür gedacht um mal an nichts zu denken. Im Grunde hatte ich das auch vor, denn in den letzten Tagen konnte ich nicht gerade viel Zeit für sinnlose Gedanken verschwenden, die ich bei solch ein anhaltenden “jugendlichen Wesensmerkmal” wie meinen, manchmal zum Ausgleich brauche.
Jedenfalls schien mein geäußerter Gedanke “Hey, sollen wir mal ne Rollstuhlfahrt in die Stadt organisieren?” doch nicht wie gedacht zu der Kategorie “unsinnig” zu zählen. Denn der Niederlassungsleiter unserer Kölner Filiale, Bülent Tendürek, fand die Idee gar nicht mal so abwegig und organisierte prompt drei Rollstühle. Einen für Ihn, einen für Herrn Gonsior und einen für mich. “ein Erlebnis aus der Perspektive der Kunden kann uns weiter sensibilisieren um besser auf die Kundenwünsche eingehen zu können” sagte Herr Tendürek. Und das klang gar nicht mal so abwegig. Natürlich ärgerte es mich, dass nicht dies die Motivation meiner Gedanken war, sondern die, mal was Anderes zu erleben. Entgegen meinem alljährlichen Vorsatz, gebe ich es jedoch zeitweise immer wieder auf, empfindsamer zu werden. Somit bleibt es halt leider nicht aus, dass ich mich im Nachhinein immer wieder über mich selbst ärgern muss.
Und so trafen wir uns am Samstag kurz vor Mittag in der Niederlassung Köln und der Plan sah wie folgt aus:
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- von der Niederlassung zur 500m entfernten Bahnhaltestelle
- mit der Bahn in die Kölner Altstadt (Ankunft ca. 12 Uhr)
- ein Lokal aufsuchen und was essen
- Rückfahrt (geplantes Ende gegen 15 Uhr)
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Die Regeln waren klar. Sitzen bleiben und die Beine nicht als Stütze oder Balance benutzen. Wer in der Zwischenzeit aufstehen sollte, muss 5,-€ in die Trinkgeld-Kasse einzahlen (Geld ist und bleibt ein guter Motivationsgrund). Es hatte schon einen kleinen, faden “Event”-Beigeschmack. Doch der anfängliche Anflug von “Euphorie sollte bald ein Ende haben.
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Das Vorhaben aus der Firma zu starten platzte gleich. Denn die Rollstühle passten uns ergonomisch überhaupt nicht. Also alles abblasen? Nein..., wir haben uns etwas vorgenommen! Kurzum zu einer bekannten gefahren und ihr Rollstuhl in Beschlag genommen (danke für Leihgabe, Pan!) und von da aus ging es dann endlich los.
Der Weg von ihrer Wohnung zu S-Bahn war auch etwa 500m entfernt. Gefühlt waren es ca. 3 km Berg auf. Denn die Bürgersteige der Fußgänger werden mit Tendenz zur Fahrbahnmitte gebaut. Hintergrund dafür ist, dass bei Regen das Wasser und der Schmutz in den Abwasserkanälen landet. Im Grunde ja eine sinnvolle Sache..., doch als Fußgänger nehmen wir so etwas nur unbewusst wahr.
Jedenfalls kurbelten wir nur mit einer Hand einseitig unsere Rollstühle, um die Tendenz zur Fahrbahnmitte entgegen zu wirken. Und das brachte uns, mit lauten Gestöhne und Flüchen über die heutige Straßenbaukunst, richtig ins schwitzen.
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So kamen wir endlich zum Aufzug zur oben liegenden Bahnstation und freuten uns schon über die kleine Pause, die uns in der S-Bahn bevorstand. “wegen Vandalismus außer Betrieb!” stand an der Schiebetür des Aufzugs, und somit schwand auch der zweite Gedanke einer “stressfreien” Fahrt in Richtung Innenstadt.“Und, was machen wir jetzt?!” kam auf... und der Reiz war da, mal kurz aufzustehen, die Treppen hoch zu laufen und von da aus wieder in den Rollstühlen Platz zu nehmen. |
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Doch das war nicht der Sinn dieser Fahrt. Da hätten wir auch gleich zuhause bleiben können. Wir wollten die Situation meistern, die jeder Rollstuhlfahrer durchziehen muss. Somit entschlossen wir uns nach einigen Überlegungen auf den Buss zu warten, dessen Station unmittelbar vor uns lag.
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In der Zwischenzeit möchte ich mir ein Bild über die Reaktionen unserer Mitmenschen. Und mir war unwohl, weil ich mich in ihrem Verhalten wieder erkannte. Sie nehmen dich zwar wahr, schauen jedoch sofort weg bzw. geradeaus und tun so als wärest du nur Luft. Im Grunde tut man das ja um den Rollstuhlfahrer (oder behinderten” Menschen allgemein) weder das Gefühl zu geben “angeglotzt”, noch “bemitleidet zu werden. Man tut so, als würde man einfach keine Notiz nehmen. Das fühlte sich jedoch so an, als sei man nicht Teil der Gesellschaft und somit kein ebenbürtigere Mensch. Diese unbehagliche Erkenntnis brachte mich tief zum nachdenken. Ich kann nicht sagen ob ich hier übertreibe, denn es mag sein, dass der eine oder andere Betroffene sich daran gewöhnt oder es nicht wahr nimmt. Für mich war das in diesem Moment neu und befremdend.
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Wir waren gespannt, wie wir drei in den Bus kommen sollten. Die Bürgersteige der Haltestellen hat die Stadt Köln zwar “Kinderwagen gerecht” anheben lassen, doch der Bus würde dennoch einigen Abstand zum Bordstein halten, wenn er anhält. Und so war es dann auch. Zirka 30 cm hätten wir überbrücken müssen um da rein zu kommen. Und da wir weder Flügel hatten noch akrobatisch veranlagt waren, war es ein Ding der Unmöglichkeit. Die Fahrgäste schauten uns zwar neugierig an, doch keiner schickte sich mal raus zu kommen um uns ihre Hilfe anzubieten. Letztendlich musste einer von uns die Busfahrerin darauf aufmerksam machen, dass wir gerne einsteigen möchten. Daraufhin steig sie aus und öffnete eine Rampe, die am Eingang im Fahrzeugboden versenkt ist (noch eine Sache, die wir nicht wussten) und “einrollen” rein.
Beim Umsteigen in die S-Bahn war das Hindernis zwischen Zug und Bahnsteig jedoch geringer, doch es reichte um die Vorderräder einzuklemmen. Somit waren wir auf die Hilfe unserer Mitmenschen im Umfeld angewiesen (nicht auszudenken, was man machen könnte, wenn keiner da wäre). Hilfsbereit sind sie so gut wie alle..., wenn man sie darauf anspricht.
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In der Innenstadt angekommen, war es schon schwer, durch die Menschenmenge den Überblick zu behalten. Schließlich waren wir nur halb so groß. So schlängelten wir uns im Regen und schlecht gelaunt durch die Menschenmenge. Der Stresspegel stieg stetig, und ich bezweifelte, dass ich mir als Rollstuhlfahrer solche Ausflüge öfters zumuten mochte.
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Unser Ziel war die Altstadt..., und wie eine Altstadt nun mal so ist, ist sie nicht nur schön anzusehen, sondern auch mit Pflastersteinen versehen. Genau das Richtige für meine kleinen, stylischen Vorderräder (die, mit den kleinen, glitzernden Lichtern versehen waren) um in jeder Fuge hängen zu bleiben. Die Laune war nun ganz im Keller. Wäre da nicht ein hilfsbereiter Mann gewesen, der mir über die “Holperstrecke” half, hätte ich das Vorhaben, in der Stadt etwas zu essen, als gescheitert erklärt.
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Und da kamen wir schon auf unser nächstes Problem...
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Viele Lokale haben meist eine Stufe vor dem Eingang. Und wenn es keine Stufe gab, mangelte es an Platz und/oder einer behindertengerechten Toilette. Wir waren nass, uns war kalt und wir hatten Hunger. Also steuerten wir das nächstbeste Lokal an, wo wir mit befremdlichen Blicken der Gäste in Empfang genommen wurden. Was wahrscheinlich auch daran lag, das wir gleich zu dritt aufkreuzten.
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Für die Rückfahrt nahmen wir die U-Bahn. Eigentlich dachten wir das jede Haltestelle (besonders die unterirdischen) an Rollstuhlfahrer angepasst wurden. In Köln-Deutz jedoch scheinbar noch nicht, denn wir fanden keinen Aufzug. Die Rolltreppe funktionierten jedoch und eine junge Frau und ein junger Mann sprachen uns unabhängig voneinander an, ob sie uns helfen könnten. So kamen wir mit deren Hilfe die Rolltreppen hoch (fragt nicht wie..., doch wir waren am Ende oben). An diesem Tag war ich das erste Mal froh darüber, als mir bewusst wurde, dass es unter den jungen Menschen viel Hilfsbereitschaft gibt. Klar kann man das nicht verallgemeinern, schließlich sind unsere Erfahrungen nicht repräsentativ wie eine umfangreiche Studie. Doch in dem Moment wollte ich es einfach so wahrhaben und ich brauchte einfach ein positives Gefühl, nach all den Erfahrungen des Tages.
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Es war 18 Uhr, als wir nach einem einarmigen Kraftakt (fluchend über die Beschaffenheit des Fußgängerweges) von der Haltestelle wieder in der Niederlassung ankamen. Geplant war 15 Uhr. Drei Stunden länger als gedacht.
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ich weiß nicht wie man da ein passendes Schlusswort zu unserem Erlebnis finden soll. Im Grunde haben wir nur an einem halben Tag das erlebt, was viele Rollstuhlfahrer weltweit seit Jahren oder ein Leben lang mit sich tragen. Es bleibt jedoch nicht aus, dass jeder von uns durch diesen kleinen Einblick eine gewisse Sensibilität entwickelt hat und weiter ausbaut. Diese möchte wir auch an unsere Kunden weiter geben. Durch bessere Beratung und individuellere Lösungsansätze, um ihnen neue Möglichkeiten und somit auch ein kleines Stück mehr Lebensqualität zurück zu geben.Dementsprechend sammeln wir kontinuierlich unsere Erfahrungen und entwickeln uns für Sie weiter, mit Ausarbeitung vorhandener, aber auch neuer Lösungsansätze. Dabei gehen wir nicht immer den konventionellen Weg. “Fürchte dich nicht vor der Veränderung, ehre vor dem Stillstand”, sagt ein japanisches Sprichwort. Oder wie es der Kölner formulieren würde:“einfach kann jeder” Ich freu mich auf Ihren Besuch.Marco Favara, technischer Mitarbeiter der Niederlassung Köln |
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